Geschichte
englisch französisch Nächste Seite

Die Ro-Ro 1919 Am 06. September 1912 beschlossen der Oberbürgermeister der Stadt Dresden Geheimrat Dr Beutler und der Stadtbaurat Prof Dr. Erlwein den Neubau einer Studienanstalt an der Ecke Weintraubenstr. / Melanchthonstr. Im Oktober 1913 war Baubeginn und nach 1½ jähriger Bauzeit war das Schulgebäude fertig. So erhielt die „Städtische  Studienanstalt“ am 14. April 1915 ihr eigenes Schulgebäude und musste nicht mehr auf die Neustadt oder Dreikönigskirche ausweichen. In dem von Hans Erlwein entworfenen und erbauten Schulhaus auf der Weintraubenstr. 3 wurden zunächst 119 Schülerinnen unterrichtet.
Das Realgymnasium für Mädchen mit mathematisch - naturwissenschaftlichem Zweig erweiterte diesen 1919 und nahm den humanistischen Zweig mit altsprachlichen Fächern hinzu. Anfangs gab es nur eine 7. Klasse, doch im Laufe der Jahre entwickelte sich die Studienanstalt zu einer sechsstufigen mit den Klassen 7-12, so daß 1917 die ersten Abiturientinnen die Schule verließen. Vorwiegend Mädchen aus den Schichten des gehobenen Bürgertums wurden nach Antrag der Eltern und bestandener schriftlicher und mündlicher Aufnahmeprüfungen angenommen.
Nachdem das Gebäude 1928/29 aufgestockt worden war auf die noch heute bestehenden 4 Stockwerke, registrierte man 351 Schülerinnen. Im Schuljahr 1927/28 kamen weitere Neuerungen: Zu den Klassenstufen 7-12 wurden drei Unterklassen eingerichtet, und das Mädchengymnasium war fortan mit den Klassenstufen 4-12 neunstufig. Außerdem wurde es in „Städtisches Mädchengymnasium“ umbenannt. Durch die Ausbildung in mathematischen-naturwissenschaftlichen Fächern sowie in neuen und alten Sprachen war diese Schule die einzige in Sachsen mit solch vielfältigen Bildungsmöglichkeiten. Zudem beinhaltete der Lehrplan noch Werk- und Schwimmunterricht sowie Stenographie, Chor, Orchesterübung, Musikgeschichte, Nadelarbeit, darstellende Geometrie und chemisch-biologische Übungen auf freiwilliger Basis.
Trotz dieses vielfältigen Bildungsangebotes mangelte es 1927/28 dem „Städtischen Mädchengymnasium“ an Zulauf, so daß es sich im März 1930 auf Anweisung des sächsischen Volksbildungsministeriums mit der „Städtischen Höheren Mädchenschule“ auf der Weintraubenstr. 1 zur „Neustädter höheren Mädchenschule mit Mädchengymnasium“, Weintraubenstr 1/3 zusammenschloss. Diese Schule war somit eine Mädchenschule mit Reformgymnasium (Schwerpunkt neuere Sprachen), ein Reformrealgymnasium (Schwerpunkt math.-nat. Fächer) und humanistisches Gymnasium (Schwerpunkt Griechisch und Latein). Bis zum Jahr 1935 wurden keine wesentlichen Veränderungen im Bildungsangebot vorgenommen. 1937 verzeichnete die erneut in „Oberschule für Mädchen Dresden-Neustadt“ umbenannte Schule 37 Klassen mit 839 Schülerinnen.
In der Zeit des Dritten Reiches nahm der Faschismus seinen Platz im Lehrplan und den Lehrbüchern ein und wurde auch teilweise von den Lehrern bedingungslos gelehrt.

nächste Seite