(Millenium-) Skilager 2000

Alles Übel begann vor ca. 2 Jahren, als wir noch alle die 10te Klasse besuchten und wahrscheinlich im Suff auf dem Kurswahlzettel "Wintersport" angekreuzt hatten. Zu dieser Zeit wusste noch keiner von uns, dass dies unseren sichern Tod bedeuten würde, denn gleich am Sonntag, dem 13.02.2000 als wir uns in aller Frühe vor unserem schönen Gymnasium trafen um Haider in Österreich zu besuchen, explodierte im Bus eine Bombe und alle Insassen bis auf die berichtende Person kamen dabei ums Leben... dachten wir, doch es waren bloß leichte Halluzinationen, hervorgerufen durch die extreme Nähe zur Schule, die mitten in den Ferien nun schon sehr ungewöhnlich ist. Doch die halluzinösen Träume sollten noch nicht zu Ende sein und wir durchlebten noch einige ungewöhnliche Protuberanzen. Als Hans Vogel mit einer Leiter vor dem Haupteingang der Schule stand und den pädagogisch sehr wertvollen Spruch "Schaffen und streben allein nur ist Leben" aus dem Stuck meißelte, wachten wir alle erschrocken auf, bemerkten dass wir bloß geträumt hatten und vermieden es von nun an einzuschlafen.

Bild 1 (wenn möglich nur Personenteil)

Begleitet wurden die 11 Skihaserln dieses Jahr von Ehepaar Heubaum, Ehepaar Burckhardt, Ehepaar Gierth, einigen Freunden und von zwei tschechischen Schlachtermeistern, die wir noch schnell an der usbekischen Grenze abholten, damit diese stets 10 Meter vor uns her fahren konnten um mit sagenhaftem Gebrüll Drosseln und anderes Federvieh von der Piste zu verscheuchen, denn das ist in Österreich seit Haiders Diktatur so üblich. Die Fahrt in unseren Urlaubsort Kirchbichl war begleitet von unaufhörlichem Regen und sollte uns wohl das Wetter für die kommende Woche prophezeien. In der schönen Messestadt Leipzig mussten wir noch weitere Wintersportkollegen einsacken, was sich jedoch als sehr schwierige Geburt herausstellte, da man nun mal Brücken, deren Höhen maximal 3,80 Meter betragen mit einem 4-Meter-Bus nur schwer und höchstens mit viel Butter durchfahren kann. Also gönnten wir uns eine kleine Stadtrundfahrt und schauten uns wohl alle zum hundertsten mal "Kevin allein zu Haus" an ... und plötzlich waren wir schon da und begutachteten unsere Zwei bis Drei-Bett-Zimmer, die neben dem üblichen Komfort wie Sauna, Whirlpool, Teppich und Folterkammer auch noch Betten zum hinlegen beinhalteten, was einem nun wirklich nicht alle Tage geboten wird. Der Tagesablauf sah so aus, dass wir nach einem reichhaltigen Wurst-und Butterfrühstück um 7:30 Uhr mit dem Bus zu unserem Skigebiet (rund um den "Wilden Kaiser") gefahren wurden. Da uns das Reiseunternehmen betrogen hatte, bekamen nur die Sportlehrer Lifttickets, wir Skihaserln und Skibienerln mussten jedes mal hoch laufen. Wie schon erwähnt war das Wetter meist nicht in der Lage uns zu befriedigen.

Fast täglich war die Sichtweite aufgrund des Nebels, des Schnees oder aufgrund der vielen Mücken unter 50m. Speziell aus diesem Grund entwickelte Herr Gierth einen "Erkennungsschrei" (Uhhhahhäehhhrrhäee), der immer dann eingesetzt wurde, wenn man sich irgendwie verloren hatte. Natürlich mussten wir irgendwie zu unseren Noten kommen, denn es war ja irgendwo auch eine schulische Veranstaltung, die irgendwie auch ernst genommen werden sollte. In einer 900 Stunden dauernden Diskussion erörterten wir das Problem und kamen zu dem Ergebnis, Leistungskontrollen durchzuführen. Der Unterricht wurde jeweils an den Vormittagen durchgeführt und dauerte ein bis zwei Stunden, danach hatten wir Freizeit, die die Jungen zum Flötespielen nutzten und die Mädchen zum Kinderkriegen oder fürs Nagelstudio. Zum Mittagessen trafen wir uns meist in einer Almhütte, spielten das "Schleissenscheidt – Spiel", tranken Almdudler und aßen Germknödel oder Kaiserschmarren. Es war schon recht erstaunlich, wie sehr sich die Bodenhaftung durch die gut gefüllten Bäuche und Wänste verbesserte. Eine der Mittagspausen verbrachten wir auf der Ökoalm von Prof. Dr. Voss (ein weltberühmter Vulkanologe), der aus verschiedenen Kräutern des Refugialgebietes Gesundheitstee vulminierte (Fenchel, Brennnessel, Hagebutte, Acker-Stiefmütterchen, Huflattich, Schlüsselblume). Oft versuchten wir nach der Mittagspause eine Skiwanderung zu machen, um wenigstens einen Teil dieses großen Gebietes zu erkunden, doch der Wettergott vermieste uns diese Unternehmung und wir saßen auf unserem Quadratmeter fest. Um Ihnen, liebe Leserinnen und liebe Leser, trotzdem einen ganz ganz tollen, persönlichen Eindruck vom Skigebiet zu geben, habe ich speziell und ganz exklusiv nur für Sie eine Informationsbroschüre gelesen und ausschließlich für Sie, sozusagen für unsere treuen INKOGNITO-Kunden ein Bonbon mit den wichtigsten Daten zusammengestellt: 91 Bahnen und Lifte, die in einer Stunde eine maximale Beförderungskapazität von 117.000 Personen aufweisen; 250 km Skipisten (22,5 km schwarze Piste / 120 km rote Piste / 107,5 km blaue Piste / und wenn ich nicht irre, habe ich auch ab und zu gelbe Pisten gesehen...); 63 Restaurants und Skihütten und 240 Schneekanonen. Wir nutzten diese tollen Anlagen täglich bis Betriebsschluss und wurden 16:30 Uhr von unserem Bus abgeholt. Busfahrer Friedbert fuhr uns dann wieder zurück ins Hotel. Um 19:00 Uhr gab es Abendbrot. Die Gastleute gaben sich alle Mühe, uns falsch zu ernähren und obwohl der Gasthof eine gute Küche und sogar eine eigene Metzgerei besaß, konnte man die Qualität des Essens mit der einer Pommesbude nicht vergleichen. In unserer Gruppe befanden sich neben vielen Prominenten aus Funk und Fernsehen auch zwei Medizinstudentinnen und eine Ernährungswissenschaftlerin, die das Essen immer wieder kritisch beurteilten und vor den Gefahren von Lebensmittelvergiftungen, sowie vor dem Ausbruch eines erneuten Spartakuskrieges warnten. Mit einer der Warnungen sollten sie auch recht haben, mit welcher, erfahren Sie nach der Werbung, bleiben Sie dran. (Eier aus Krischendorf – jetzt nur 29Pf das Stück....) Die Abende wurden in der Regel nicht mit Fussballkuggen verbracht, es wurden einige Brett -bzw. Kartenspiele getätigt und das sehr bildende "Schweinewürfeln" durchgeführt. Am Mittwoch, dem 16.02., der sich übrigens mitten in der Woche befand, fuhren wir mit Schubkarren ins nahegelegene Söll (ein anderes Land 650 km östlich von Österreich), in das Hallenbad mit Saunalandschaft um dort den Sauna –und Hallenbadbetrieb aufrechtzuerhalten. Wir gingen in die Sauna und wir badeten, beides war in diesem Sauna –und Hallenbadkomplex in Söll, Österreich möglich – ein durchaus kulminierendes Erlebnis in dieser Bäder- und Saunalandschaft in Söll, in der wir badeten und saunierten. Faszinierend an diesem Ort waren die illegal arbeitenden albanischen Kinderarbeiter, die mit Erbswurst -Köchern Bakterien und Kinderurin aus dem Wasser filtrierten, da Chlorzusatz zu teuer ist. Germknödel, Kaiserschmarren, Schweinewürfeln, Germknödel, Kaiserschmarren, Schweinewürfeln und schon war der letzte Tag, Freitag der 18. angebrochen. An diesem Tag wurden wir sogar bis 11 Uhr mit einer hohen Dosis von UV-Strahlung beglückt, die Sonne schien... (zu scheinen und sie tat es auch). Es folgten nun die glücklichsten Stunden unseres jungen Lebens – wir durften die Leistungskontrollen absolvieren. Als erstes wurde die Technik bewertet. Also Uhren, Handys und Datenbanken – hähähä. Wir mussten in möglichst eleganter Weise, mit richtigem Stockeinsatz und korrekter Körperhaltung den Hügel, der sich auch dort befand, herunterfahren und dies wurde dann mit "gudd" oder "ni gudd" (Originalzitate – H.Gierth) bewertet. Die 2. Teilnote brachte der Zeitlauf, bei dem wir alle 250 Pistenkilometer abfuhren – der Schnellste brauchte 18 Stunden

Bild 2

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Skilager dieses Jahr wesentlich gemütlicher ablief. Das lag zum einen daran, dass wir nun alle recht alt und gesetzt sind und kaum noch raus kommen, zum anderen daran, dass dieses Mal keine Langlaufnote erforderlich war und wir die gesamte Zeit für Ski-Alpin nutzen konnten. Außerdem ist tatsächlich ersichtlich geworden, dass das Skilager neben einigen Eskapaden im Fäkalbereich auch wirklich Fortschritte gebracht hat. Alle die, die letztes Jahr zum ersten Mal auf den Brettern standen, können diese jetzt sogar schon alleine dran und ab machen – Wahnsinn, aber auch Fahren haben sie wirklich gut gelernt. Und so war nun auch schon der letzte Tag fast vorbei. Zum Abendbrot gab es Hühnchen, was Lambda und ich sowieso schon Stunden vorher wussten, da ein nicht arretierter Konverter unter unserem Fenster die Friteusenabgase direkt in unser Zimmer blies und bei uns "Koterbrechen nach Darmverschluss", Dickdarmverdünnung und Dünndarmverdickung sowie leichte Schwindelgefühle hervorrief. Unsere Ernährungsberater rieten uns vom Hühnchen ab, denn wenn die Gelenke noch blutig sind, kann Salmonellengefahr bestehen. Gesagt – getan (Wohl dem, der seinen Hunger unterdrücken konnte)- die Salmonellen schritten zur Tat. Mitten in der Nacht musste der Leichenwagen äh Lazarettwagen seine Arbeit tun, denn es hatte jemanden von uns erwischt. Dieser Vorfall, den die meisten von uns gar nicht bemerkten inspirierte uns irgendwie unterbewusst und es entstand in dieser Nacht noch ein Schlagerlied, komponiert von den Skihaserln Sinus-Alpha, Gamma, Pi, Omega und von Skibienerl Lambda, dass sofort jeden Grand Prix der Schlagermusik gewonnen hätte. Doch leider erinnerte uns der 1.3er Wartburg, der die Hauptrolle in diesem Lied spielt, an die Rückreise und wir verschwanden alle heulend im Bett. Am nächsten Morgen gab es zur gewohnten Zeit Frühstück – es wurde noch einmal richtig Wurst und Speck abgefasst und dann ging es los – alle noch mal schnell aufs Klo und dann ging es los – alle erst mal die Taschen holen und dann ging es los.

Doch erst einmal bloß bis nach Kufstein, denn wir mussten ja noch das Opfer des Salmonellenangriffs im Krankenhaus abholen. Doch von abholen konnte keine Rede sein. Eine 18-Jährige ist in Österreich noch nicht volljährig und sollte deshalb ohne Erlaubnis der Eltern nicht entlassen werden. Deshalb blieb nur noch die Option des gnadenlosen Bombardements – wir Skihaserln langweilten uns vor dem Krankenhaus und begannen eine fette Schneeballschlacht, in die auch ein österreichischer Polizist, der fett und träge in seinem Auto saß mit einbezogen wurde, was er selbst jedoch nicht für angebracht hielt. Als wir unsere Kumpanin endlich freigeschossen hatten, ging es dann los, zurück in die Heimat, zurück ins schöne Usbekistan. Na ja, andere Länder, andere Sitten – die Lebensphilosophie in dem Teil Österreichs, den wir kennen lernten, lautete wohl "ohne Wurst und Speck hat das Leben keinen Zweck". Soh dellahh iah Saubuaam und Saumadln dess warrrs.

Bild 3 (nur Personenteil)

Dafür stehe ich mit meinem Namen.

Feliccithasß von Broghstorch, 12 D1

(Skihaserl Omega)