Multi Kulti am JHG

In der Woche des 11.11.99 hatten wir hier am JHG Gäste aus Polen und Frankreich. Die Anreise verlief bei beiden Schülergruppen relativ unspektakulär wobei unsere polnischen Gäste ein wenig länger auf sich warten ließen. Der erste Eindruck auf beiden Seiten war einstimmig, Cloe und Lucille aus Frankreich meinten: "Es ist so kalt und nass hier." Auch die polnische Antwort ließ nicht lange auf sich warten, so meinte Aleks zu diesem Thema: "Ihr habt ja Wetter hier wie in London." Ich wollte ihn beruhigen und meinte das dass noch besser wird, aber diese Behauptung musste ich später leider bereuen, denn es kam wie immer anders als geplant. Am Dienstag wollte die polnische Gruppe eigentlich die Sächsische Schweiz erkunden, diese Erkundung wurde dann auf Grund des schlechten Wetters ins Meissner Schloss verlegt, welche dann auch sehr lustig war. Die französische Gruppe erkundete das Schwimmbad und sie kamen zum Liederabend mit ganz roten Augen, sie konnten offenbar gar nicht genug vom Wasser bekommen, obwohl es sogar von oben kam an diesem Tag. Der Liederabend wurde entgegen allen Erwartungen ein voller Erfolg. Was mir besonders aufgefallen ist, als Darek aus Polen gesungen hat, herrschte eine Totenstille obwohl es wahrscheinlich keiner verstanden hat. Der Beitrag der französischen Gruppe war auch nicht zu verachten wobei das Lied des gefallenen Hemdes ("tomber la chemise")für einige weibliche Wesen unter uns den Höhepunkt des Programmes darstellte. Nach einer ausführlichen Fotosession der polnischen Gruppe im 2. Stock des JHG sollte dieser Tag sich nun zum Ende neigen. Am Dienstag sollte nun die Fahrt nach Weimar stattfinden, also fanden sich beide Gruppen inklusive Gastgeber zu einer unschülermäßigen Zeit vor dem JHG ein. Nach vierstündiger Fahrt in Weimar angekommen wartete schon eine Stadtführung im Regen auf uns alle. Um dem Regen ein wenig auszureißen, flüchteten viele von uns in diverse Cafes von Weimar. Nachdem wir uns dort ein wenig aufgewärmt hatten sollte es weiter nach Buchenwald gehen. Dort angekommen war die Stimmung schon allein durch das schlechte Wetter bedrückend. Insgesamt konnte kaum einer noch lachen als wir das Lager verließen, es wurde einem richtig schlecht. Die Zeit zum Ansehen der Ausstellung war leider viel zu kurz. Am Donnerstag fuhr die französische Gruppe nach Meißen und die polnischen Schüler kamen mit uns in den Unterricht und am Nachmittag besuchten wir gemeinsam mit unseren Gästen aus Polen die Gedenkstätte auf dem Münchner Platz. Da dies der letzte Tag für die polnischen Schüler war, beschlossen wir, abends mit Ihnen ins XXL zum Bowling zu fahren, was auch keiner bereute, denn wir hatten sehr viel Spaß. Am Freitagmorgen hieß es nun für die polnischen Schüler Abschied nehmen, was wirklich keinem leicht gefallen ist. Die französischen Schüler sind am Freitag ins Grüne Gewölbe gegangen und ich kann mit gewisser Sicherheit sagen das es ihnen dort gut gefallen hat. Den Rest des Tages hatten die Gastgeber der Franzosen zur freien Verfügung. Der eine oder andere fand sich auf der Eisbahn ein und sie hatten ihren Spaß. Andere wiederum fanden sich in einem Cafe der Neustadt wieder. Am Samstag hieß es auch für die französische Gruppe Abschied nehmen, was auch sicherlich dem ein oder anderen eine Träne entlockt hat. Aus sicheren Quellen weiß ich, dass es allen sehr gefallen hat, auch wenn Master Petrus uns mal wieder im Stich gelassen hat. Es wird sicher nicht lange dauern bis sich einige von uns auf machen um unsere Gäste in ihrem Land zu besuchen.

moi moi