Liebe Schüler, ihr seid zwar am Joseph-Haydn-Gymnasium, aber wisst ihr überhaupt, was der Mann, nach dem Eure geliebte Schule benannt ist, dafür getan hat, dass einmal Schulen seinen Namen tragen? Um diese riesige Bildunglücke zu beheben, lest einfach weiter.

In Rohrau, einem Dorf nahe Wien, wurde Franz Joseph Haydn am 31. März 1732 geboren. Schon als kleiner Junge widmete er sich der Musik und sang seit seinem achten Lebensjahr im Chor des Wiener Stefansdoms, dessen Chorschule er auch besuchte. Nachdem er wegen Stimmbruchs mit 17 Jahren aus dem Chor entlassen wurde, hatte er zehn schwere Jahre zu überstehen, in denen er als freischaffender Musiker und Komponist arbeitete. Doch anders als bei manch anderem Talent seiner Zeit, wussten die Kritiker sein Können zu schätzen, und Haydn wurde 1732 zum Kapellmeister des Fürsten Paul Anton Esterhàzy in Eisenstadt. 30 Jahre hatte er nun Zeit, zu komponieren, was das Zeug hielt, und schuf auch eine große Zahl von Sinfonien, Opern, Messen und Kammermusikwerken. Nach dem Tode von Fürst Esterhàzy ging Haydn, er war inzwischen ein unabhängiger und berühmter Komponist mit einer festen Pension von 1400 Gulden geworden, in der Konzertsaison 1791/92 und 1794/95 nach London, wo er durchschlagende Erfolge feierte. Während dieser Aufenthalte entstanden viele seiner wichtigsten Werke, wie die zwölf Londoner Sinfonien, deren bekanntesten die "Sinfonie mit dem Paukenschlag" und die "Militärsinfonie" sind, und sechs seiner Streichquartette. Hier zeichnet sich die einzigartige musikgeschichtliche Bedeutung Haydns ab: Er entwickelte die Sinfonie und das Streichquartett und vollendete die Sonatensatzform, sowie er auch die zentralen Merkmale der Wiener Klassik herausbildete.

In seinen späten Lebensjahren, Haydn war wieder als Kapellmeister für Fürst Nikolaus II tätig, widmete er sich intensiver dem geistlichen Bereich und schuf zahlreiche Messen, sowie seine großen Oratorien "Die Schöpfung" (1798) und "Die Jahreszeiten" (1801).

Bevor er sich zur Ruhe setzte und am 31. Mai 1809 in Wien starb, komponierte er neben anderen Streichquartetten noch das Kaiserquartett mit dem Variationssatz über die bereits 1797 entstandene Kaiserhymne, die später die deutsche Nationalhymne werden sollte.