Der Choraustausch - Ein Interview

Eine Woche lang waren sie hier. Sie sahen kaum anders aus als wir, "vertrugen" jede Menge Alkohol, beeindruckten deutsche Lehrer mit ihrer Disziplin und sangen doch besser als unser Chor. Aus Budapest:

Der Chor vom Verösmarty-Gymnasium

Wir stellten einige Fragen:

Wie fandet Ihr das Konzert (am 29.10. in der Weinbergkirche)?

Benjamin (16): good (derselbe Kommentar zu unserem Chor)

Kristina (17): schön, gut

Ildi (typ. Ungarischer Name) (17): good concert, dem Niederpoyritzer Chor wurde von ihr

"very good singing attestiert

Wie hat Euch Dresden gefallen?

Allgemein gut, Benjamin bemerkte, daß die Leute humorvoll sind und Kristina und Ildi würden gern nochmal kommen. Im Vergleich zu Budapest aber "very cold" und zu viele Baustellen, außerdem wurde als Manko bemerkt, daß nicht ungarisch gesprochen wird. *grins*

Und die Leute hier?

Nett (besonders Benjamin begeisterte sich für die "very nice women", während Kristina die deutschen Jungs auch nicht besser als die ungarischen fand), aber anders als in Ungarn (welch Erkenntnis!!). Ildi begründete das mit dem Unterschied im "Life-Style": ihr Stadtteil z.B. ist nicht sehr reich, es gibt viele Hochhäuser mit kleinen Wohnungen.

Durchweg gelobt wurden die Gastfamilien (was sollen sie auch sonst sagen.........)

Was macht ihr in Eurer Freizeit?

Benji: rollerskaten, guitar, snakeboard/snowboard, graphiti, listen to music (NY hardcore, alternative music like Beastie Boys, MASFEL 1.5, ACID, jazz)

Kristina: in der Woche Hausaufgaben, am Wochenende ausgehen, ansonsten lesen,

Freunde treffen und Musik hören (Rock, z.B.: Tote Hosen, Alice Cooper)

Ildi: singing, watching TV, reading (St. King), listening to music (heavy metal, z.B.

Metallica, Iron Maiden), ins Pub gehen

Sonst noch was?

Benji: Ciao!! Good bye!! HUNGARIAN IS THE BEST!

Meine Einschätzung:

Daß es hier weniger diszipliniert zugeht und mehr Kneipen gibt, nutzten unsere Gäste ziemlich aus. Auch wurde viel geraucht, obwohl ihnen das wegen der Stimme streng verboten ist. So sah man schon mal die Kippen schnell verschwinden, wenn irgendwo ein Lehrer auftauchte. Auch im Flirten waren sie recht aktiv, was manchmal Ärger verursachte. Am Anfang war für beide Seiten manches fremd (Ungarn baden von 23.00-24.00 Uhr), aber nach ca. 2 Tagen taute man auf. Die ungarischen Schüler aßen wenig, sangen dafür um so besser, hatten einen guten Humor, sahen eigentlich nicht anders aus und waren leider nicht sehr offen, was einerseits an der Sprachbarriere und anderseits an der allgemein etwas zurückhaltenden ungarischen Art liegen mag. (Beispiel für die Konversation: Schüler aus NP: "Was möchtest Du heute noch machen?" Schüler aus Ungarn mit treuem Augenaufschlag: "Ich nicht wissen." Schüler aus NP schon leicht ungeduldig: "Wo möchtest Du nachher noch hingehen?" Schüler aus U. jetzt mit einem Verständnis anzeigenden Leuchten in den Augen: "Ich nicht wissen, vielleicht Bierakademie??") Die hinderte sie allerdings nicht daran, in der Kneipe einzupennen. So kann ich, auch wenn der ungarische Chor natürlich toll und das Kennenlernen interessant war, leider nicht von einem ausschließlich positiven Erlebnis sprechen. Aber lustig war es oft, und außerdem kann ich mich jetzt verständigen, indem ich nur meine Hände, Füße und die Fähigkeit Grimassen zu schneiden nutze.