Singen im Wald

Sonntag, den 29.11.'98 um (planmäßig) 14 Uhr hieß es für den Niederpoyritzer Chor: auf nach Ottendorf-Okrilla. "Schule im Grünen"--Hm. Da schon einige Chormitglieder in dieser "Schule" gewesen waren, wußten wir in etwa, was uns erwarten würde: eine Plattenbaracke nebst Einrichtung made in GDR. Als wir aber etwas verspätet den Ort erreichten, an dem wir nun für 2 Tage leben und singen sollten, unsere Taschen hektisch aus dem Bus rissen und das Wettrennen um die besten Zimmer begann, stellten wir fest, daß das Gebäude doch nicht so schlecht aussah und einige Neuerungen aufzuweisen hatte. Der Name "Schule im Grünen" traf den Nagel wirklich auf den Kopf, denn das Gebäude lag tatsächlich tief im Wald, umgeben von Moor, Landschaftsschutzgebieten und einer einsamen Telekom-Station. Nachdem wir das realisiert hatten, bezogen wir endgültig unsere Zimmer denn die erste Probe sollte bald stattfinden. Zu dieser kam dann auch eine Person angewankt, die das "Einölen der Stimme" zu genau genommen hatte. Dieser Person verdanken wir Armen, in den Wald "Verbannten" unter anderem eine Blaulichtshow, die viele für die fehlende Disco entschädigte. Zum Glück gab es aber keine größeren Verluste und spätestens am Montag nachmittag waren alle Sänger/Innen wieder vollzählig vorhanden. Aber weiter im Text. Unser Ablaufplan war vollgepackt mit Probestunden, aber das hätte ja jedem klar sein sollen. Dennoch kam Unmut auf.

Positiver denkende Menschen verlegten die Tätigkeiten, für die in den Pausen keine Zeit war, auf die dunkle Tageszeit. Wir probten, probten, probten, die zwei Nächte waren verdammte kurz und manch einer rauchte mehr als Frau Schramm und Frau Sobieraj durch Einsingeübungen wieder wettmachen konnten. Unser "Klangbild" hat sich aber insgesamt trotzdem verbessert und einige blühten auch musikalisch auf, wie man von früh halb neun (zum Wecken) bis um zwei in der Nacht (zum Wachbleiben) an dem monotonen Bumm-Bumm-Rhytmus des Keyboards nebenan bemerken konnte. Auch wurden hin und wieder spontane Ständchen gebracht ("Wir sind die Kinder vom Süderhof..."). Aber spätestens durch das gemeinsame "Simpsons"-Schauen wuchsen wir in den fast-zwei-Tagen zu einer eingeschworenen Mannschaft zusammen. Nichts konnte uns aus der Ruhe bringen, weder der leere Teebottich noch die ausgelöste Alarmanlage mitten in der Nacht, noch das Taschenpacken in ganzen 5 Minuten (wir erfuhren erst 9.25 Uhr, daß wir 9.30 Uhr die Zimmer geräumt haben sollten). Und nicht zuletzt die Süßigkeiten, die ein Weihnachtsmannhelfer am Dienstag klammheimlich vor jeder Zimmertür abgelegt hatte, stimmten

auch die angesäuerten Chormitglieder friedlich.

Mir hat der Aufenthalt sehr gut gefallen und der Chor hat auch davon profitiert- was will man mehr??? In dem Sinne möchte ich mich bei allen bedanken, die dieses Chorlager ermöglicht haben, besonders bei Frau Sobieraj und Frau Schramm

 

Echinops